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Unser Handwerk

Das Schuhmacherhandwerk ist mit einer der ältesten Handwerksberufe. Vor ein paar hundert Jahren, zur Zeit der Zünfte, waren viele Schuhmachergesellen deutschlandweit auf der Walz. So heißen die Jahre, in denen Handwerksgesellen damals wie heute nach einer kompletten Lehrausbildung und nach bestandener Gesellenprüfung auf Wanderschaft gehen, um in verschiedenen Betrieben das eigene Fachwissen zu erweitern. Früher war diese Wanderschaft ein Muss, heute kann man auf die Walz gehen. Ziel war es von jeher, eine gute Arbeitsstelle zu bekommen oder sich mit den erworbenen Erfahrungen einen eigenen Betrieb zu gründen.

Heute gehen nur noch die wenigsten auf die Walz. Nach einer dreijährigen Lehrausbildung mit abgeschlossener Gesellenprüfung kann man sich zum Handwerksmeister qualifizieren und dann Lehrlinge ausbilden. Wem das zu wenig ist und wer sich auch kaufmännischen Bereich weiterentwickeln möchte, kann sich zum Betriebswirt des Handwerks ausbilden lassen.

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Im Zuge des Zusammenschlusses der Länder unter dem Banner der EU wollte man eine Gleichheit für alle Handwerks- und Produktionsgewerke schaffen. Was aber gut gemeint war, tat der deutschen Qualitätsarbeit insbesondere im Handwerk nicht wirklich gut. Es wurden sehr viele Handwerksberufe, die vorher den Status A hatten, zu B1 herabgesetzt. So auch unser Schuhmacherhandwerk. Im Prinzip kann jetzt jeder auch ohne fundierte handwerkliche Ausbildung dieses Gewerbe anmelden. Die Folge ist, wenn so ein ungelernter Laie Sohlen und Absätze an Schuhen anbringt, wird es immer laienhaft aussehen –der Schuh ist ruiniert. Es wird immer wieder von Fachleuten beobachtet, dass Schuhbeschädigungen im Oberlederbereich vorkommen, teils durch Unkenntnis der Arbeitsausführung und verwendeten Materialien, teils durch mangelhafte Bedienung der Maschinen. Zugegeben, seit der Industrialisierung gibt es vielerlei Materialien, unterschiedliche Schuhformen und Ausführungsarten. Das erschwert eine qualifizierte Reparatur erst recht. So waren zur Wendezeit noch circa 20.000 bis 25.000 Betriebe in der Schuhreparatur in Gesamtdeutschland tätig. Heute sind es noch ca. 2.300 Betriebe in ganz Deutschland – nur noch 10 % der Anzahl von 1990. Von diesen 10% sind sehr viele Laienunternehmen. Die Frage ist, was bleibt nun an wirklichen Fachbetrieben, die weiterhin Schuhmacher ausbilden vom Gesellen bis zum Meister? Naturgemäß können das nicht mehr viele sein. Wir, HOTO, machen das noch. Und das durchgehend bis zum heutigen Tage.